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der allgemeingültige Zusammenhang von Staatsschulden und privatem Geldvermögen
01-03-2012, 10:32 AM
Beitrag #1
der allgemeingültige Zusammenhang von Staatsschulden und privatem Geldvermögen
http://www.global-change-2009.com/blog/d...n/2012/01/

Es gibt in der Volkswirtschaftslehre wenig allgemeingültige Aussagen, also Aussagen die der Fachmann nur als absolut richtig und zutreffend bezeichnen kann. Dies, weil die meisten volkswirtschaftlichen Aussagen Vermutungen über menschliches Verhalten enthalten. Menschliches Handeln ist zwar aus der Beobachtung erfassbar, aber trotzdem nie mit Sicherheit für die Zukunft vorhersagbar. Absolute Gültigkeit können wir deshalb nur den volkswirtschaftlichen Aussagen zugestehen, welche keine Variablen menschlichen Handelns beinhalten. Erstaunlicherweise gehören gerade die Verschuldungsprobleme in diese Kategorie, welche mit allgemeingültigen Aussagen weitgehend erklärt, vorhergesagt und gelöst werden können.

Kauf = Verkauf, Kaufüberschuss = Verkaufsüberschuss
Wie wir im Vorbeitrag gelernt haben, ist Verschuldung von Wirtschaftern wie z.B. dem Staat ein Kaufüberschüss. Da zu jedem Kaufakt immer ein Verkaufsakt gehört, ist unabhängig von menschlichen Handlungsoptionen dieser Kaufüberschuss immer gleich hoch dem Verkaufsüberschuss vom Rest der Welt. Wir haben hier also so einen allgemeingültigen Zusammenhang, der weitere allgemeingültige Schlüsse zulässt.

Globalsätze – allgemeingültig, trivial aber paradox
Dabei ist es wichtig zu betrachten, ob wir Aussagen für einzelne Haushalte(oder einzelnen Gruppen) oder die Summe aller Haushalte treffen. Die Zusammenhänge für die Summe aller Haushalte wollen wir Globalsatz nennen, die Zusammenhänge für einzelne Haushalte Partialsatz. Die Zusammenhänge für die Summe aller Haushalte (Globalsätze) widersprechen hierbei völlig den Zusammenhängen für Einzelhaushalte(Partialsatz). Die Zusammenhänge für die Summe aller Haushalte sind deshalb Paradoxien, Sie widersprechen dem Bild, welches sich der Betrachter eines Einzelhaushaltes auch von den globalen Zusammenhängen macht.

Partialsatz für Einzelhaushalte oder Gruppen davon
Je geringer die Ausgaben, desto größer der Verkaufsüberschuss, also die Geldvermögensbildung/Entschuldung. Ein Einzelhaushalt wird also durch Ausgabekürzungen entschuldet.

Globalsatz für die Summe aller Haushalte
Ein Ausgaberückgang führt stets zu einem Einnahmerückgang und nie zu einem Verkaufsüberschuss. Eine Geldvermögensbildung oder Entschuldung für die Summe aller Haushalte ist also allein durch Ausgabenkürzungen nicht zu erreichen.

Es gibt dann noch den Satz zur „Größenmechanik“, welcher die eigentlichen Beziehungen zwischen den Haushalten(oder Gruppen davon) und der Komplementärgruppe („dem Rest der Welt“) beschreibt und auf diese Beziehungen kommt es eigentlich an, wenn wir die Probleme der sogenannten Schuldenkrise lösen wollen:

Größenmechanik:
Vielmehr führt ein Ausgaberückgang einer Gruppe nur dann zu einem Verkaufsüberschuss, wenn die Komplementärgruppe einen Kaufüberschuss vor- oder hinnimmt. Andererseits kommt es bei jeder Gruppe auch ohne einen Ausgabenrückgang stets zu einem Verkaufsüberschuss, wenn die Komplementärgruppe einen solchen Kaufüberschuss vornimmt.

Was bedeutet diese Größenmechanik denn auf die Staatsverschuldung übersetzt?
Das unablässige globale Wachstum staatlicher Verkaufsüberschüsse(Staatsschulden) ist nur durch Stoppen der privaten Kaufüberschüsse, also der privaten Geldvermögensbildung beherrschbar PUNKT

Die Neigung der privaten Wirtschafter zu Verkaufsüberschüssen/Geldvermögensbildung ist also das Grundproblem der Staatsverschuldung. Selbst ein extrem ausgabefreudiger Staat könnte keine Kaufüberschüsse/Schulden machen, wenn der „Rest der Welt“ keine Geldvermögensbildung zumindest erdulden würde. Es ist also allgemeingültig richtig, dass die globale Staatsverschuldung durch privaten Verkaufsüberschüsse/Geldvermögensbildung bedingt ist. Auf diese allgemeingültige Aussage sollten alle Diskussionen und Lösungsansätze für die Staatsschuldenkrise = Privatguthabenkrise aufbauen. Auch wenn wir für weitere Betrachtungen nicht umhinkommen, den Bereich der trivial-arithmetischen Beziehungen zu verlassen, so wird doch hier ein korrektes Fundament gelegt.

der Käufermarkt und der Niedrigzins erlauben hinreichend logische Aussagen
Wir wollen nicht in Abrede stellen, dass diese private Geldvermögensbildung bezüglich eines extrem ausgabefreudigen Staates eine Hyperinflation verhindern kann. Die von den privaten Verkaufsüberschüssen erzwungene Staatsverschuldung also eine positive Wirkungen haben kann. Denn wenn eine hohe zusätzliche Staatsnachfrage zusammen mit der Nachfrage der Einkommen für die totale Knappheit des Angebots sorgt, würde diese Hyperinflation wohl drohen.

Umgekehrt kann man dies der privaten Geldvermögensbildung aber nicht zu Gute halten, wenn es offensichtlich kaum solche Knappheiten gibt. Solange wir einen Käufermarkt haben, die Unternehmen also noch Geld für Werbung ausgeben, die Regale so hoch gefüllt sind wie die Zinsen niedrig, es noch viele Arbeitslose und unausgelastete Kapazitäten gibt.

Ist private Geldvermögensbildung heute asozial?
Wenn bei global wachsenden Staatsschulden über den Käufermarkt Konsens besteht, ist die private Geldvermögensbildung dann als sozial schädliches Verhalten einzuordnen, wenn die Staatsverschuldung im kollektiven Konsens als großes gesellschaftliches Problem eingeordnet wird.

Deutschland exportiert seine Staatsschuldenkrise
Bei solchen Betrachtungen ist unbedingt aber auch die Wirkung der Exportsalden zu würdigen. So verlagert Deutschland die Folgen seiner privaten Verkaufsüberschüsse über diese Exportüberschüsse in die Haushalte der Importüberschussländer. Eine relativ hohe Auslastung deutscher Kapazitäten ist also keineswegs ein Freispruch für die deutschen privaten Verkaufsüberschüsse. Diese sind wesentlich verantwortlich für die Eskalation der Krise in Europa. Ein Blick in die volkswirtschaftliche Buchhaltung Deutschlands zeigt die katastrophal hohen Überschüsse an privaten Verkaufsüberschüssen, wir werden uns diesem Problem in 2012 stellen müssen.
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01-03-2012, 02:15 PM
Beitrag #2
RE: der allgemeingültige Zusammenhang von Staatsschulden und privatem Geldvermögen
Die saldenmechanische Betrachtung in der VOWI bringt uns wenig weiter.
Es sind viele Worte/ Worthülsen und Begriffe mit wenig Inhalt.

Sie hat auch einen Haken:Das es keinen vollkommenden Markt gibt.
Entsparen führt nicht unbedingt zu Entschuldung . D.h. es ist nicht vorhersehbar, wo sich Geld akkumuliert, wenn mehr konsumiert wird
Es sammelt sich nicht unbedingt dort, wo es nachgefragt wird ( freiwillige Schuldner)
Daher bringt uns die saldenmechanische Betrachtung nicht sehr weit.

Da es sowieso IMMER freiwillige Schuldner gibt, solange gewirtschaftet wird, lösen die neuen Schulden jeweils die alten ab.Und so kann auch getilgt werden
Auch der Staat muss sich IMMER freiwillig verschulden, weil er Investitionen tätigt, die Private nicht machen
Ob er dagegen die Schulden ständig prolongieren muss, wage ich zu bezweifeln. Er bläht damit die Geldmenge nur auf, und damit die Guthaben
Das einzige was bewirkt wird, ist das Wachstum sich global beschleunigt
Auch die USA hat ständig Dollars gedruckt und wir haben Dollarblasen auf dem Markt ( siehe China und Ölstaaten)
Es handelt sich hier um übermässige freiwillige Verschuldung der Staaten ( besonders in die Rüstungsindustrie )

Auch die Privaten ( USA, Griechenland etc) haben zuviel konsumiert auf Pump, ohne die entprechende Gegenleistung bringen zu können
Nun können die Deutschen aber nich 5 Liter griechisches Olivenböl trinken pro Tag und die Chinesen wissen auch nicht wohin mit den Dollars. Ein Teil entwertet sich durch Inflation. Der Finnazmarkt bläht sich immer weiter aus.
Der einzige Vorteil der hohen Geldmenge ist, dass der Zins sinkt am Kapitalmarkt, wenn ein Überangebot an Geld da ist. ( falls das nicht durch einen hohen Risikoaufschlag wieder wett gemacht wird) Man vergleiche nur die Kreditzinsen/ Sparzinsen von den 80igern und heute.
Der Nachteil ist die Fehlallokation. Guthaben akkumuliert sich bei zu wenigen Wirtschaftern. Da nützen uns die Salden wenig, sondern wir müssen neue Marktstrukturen schaffen. Besonders im unteren Einkommensbereich ist zu wenig Nachfrage ( nur auf Pump). Also untere Einkommen stärken

Da nützt uns die Saldenmechanische Betrachtung herzlich wenig, wenn es sich um Fehlallokation von Guthaben, bzw Krediten handelt und falsche Einkommensverteilung

Die Klein-und MIttelsparer sind nicht das Übel.Bei den wachsen die Guthaben auch kaum durch Zinsen.
Das Übel sind die oberen 20 %. Da häufen sich die meisten Brutto-/ Nettogeldvermögen an
Und die haben auch reichlich Zinszuwächse, weil sie riskanter investieren können und viel spekulieren Die LVs der Kleinsparer hingegen legen recht solide an bei niedrigem Garantiezins ( meist solide Pfandbriefe, Anleihen )
Es sind auch die oberen 20%, die zusätzlich die höchste Summe an Bankeinlagen parkt ( tagesgeld, festgeld etc) Ca ein Drittel der Geldvermögen sind Bankeinlagen
Die Klein-und MIttelsparer können sich kaum leisten, große Summen an Bankeinlagen zu sparen.Woher auch.

Es gibt nur eine Weg: Internationale Transaktionssteuer und bei den Erben ansetzen. Dazu die progressive Einkommenssteuer bei den großen Einkommen.
Also bei den großen Geldvermögen ansetzen



Gruß
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