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Vom Besitz zum Eigentum
11-01-2011, 10:27 AM
Beitrag #11
RE: Vom Besitz zum Eigentum
Vielleicht besser eine Wachstumsgrenze:

Ich denke, wir sind uns großteils einig, dass wir keine Enteignungen ungenützten Besitzes, der Kapitalertrag abwirft, wollen, denn diese erfordern militärische Gewalt.

Gegenüber einer steuerlichen Abgabe hätte aber auch eine Wachstumgsgrenze ihren Reiz, bis zu der Einkommen ohne Arbeit steigen darf, und nicht weiter. Es ist ja noch nicht gesellschaftszerrüttend, wenn sich jemand auf diese Art eine Zusatzpension oder eine Grundsicherung verschafft, die er wieder ausgibt. Aber wenn solche Einkommen aus Kapital jeden noch so hohen Gehalt, wie er mit Arbeit zu erzielen ist, übersteigen, und diese Situaton haben wir heute, dann ist das krank und hoch gefährlich, denn die Vermögenskluft wächst ja dadurch ständig.
Bei Vermietungen darf sich der Eigentümer ein Verwaltungsgehalt zukommen lassen. Das ist ja wieder realwirtschaftliche Tätigkeit. Erst alles darüber fällt unter "Einkommen ohne Arbeit" und unterliegt dann der oben besprochenen Wachstumsgrenze.

Aber was geschieht mit dem restlichen Kapitalerträgen? Wäre es nicht elegant den Kapitalisten zu zwingen, diese für allgemeinnützliche Zwecke zu spenden, aber ihm die Spende selbst zu überlassen? Auch Ruhm und Anerkennung können wir ihm gerne zollen. Und wenn es das Forschungsprojekt des eigenen Sohnes ist... Hauptsache es kommt der Allgemeinheit zugute. Freilich würde dies wieder Kontrollen erfordern.
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11-01-2011, 11:31 AM
Beitrag #12
RE: Vom Besitz zum Eigentum
Wir müssen, glaub' ich, schärfer zwischen Eigentum, Einkommen (Kaufkraft) und Gewinn unterscheiden. Es scheint Übereinstimmung zu geben, dass Vermieten kein arbeitsloses Einkommen ist. Ob Führung eines Hotels, oder Verwaltung von vermieteten und immer wieder neu zu vermietenden Wohnungen/Häusern macht keinen prinzipiellen Unterschied. Ein daraus erzieltes Einkommen unterliegt der Einkommensteuer. Dort muss man also mit Begrenzungen ansetzen (Da Investitionen steuerlich abschreibbar sind, ist zu erwarten, dass die Objekte langfristig in gutem Zustand erhalten werden). Nicht einzusehen ist allerdings, auch wenn ich selbst davon betroffen wäre, dass die Berechnungsgrundlage für Sozialabgaben (zumindest in Österreich) gedeckelt ist. Das bezieht sich natürlich auch und gerade sehr stark auf jede Art von Spekulationsgewinnen.

Hingegen bin ich vehement gegen eine Vermögens-Substanzbesteuerung. Der "Schloßherr" oder "Villenbesitzer", wenn man den durchschnittlichen Eigenheimeigentümer ausnehmen will, erzielt damit ja keine Einnahmen und würde scheibchenweise Stück für Stück Substanz verlieren, die er verkaufen müsste. Zunächst die Möbel, dann die Luster, dann das Wirtschaftsgebäude,....Abgesehen davon, dass das "Problem" solcherart nur übertragen würde, kann das gesellschaftlich und vor allem kulturell nicht erwünscht sein. "Villen und Schlösser" sind nur schwer umzuverteilen.

Anders sieht das wiederum aus, wenn das "Schloß" bewirtschaftet wird und Einkommen abwirft. Da sind wir dann wieder bei der Besteuerung+Sozialabgaben.

Ich bin sehr dafür, dass Grund, als nicht vermehrbares Gut, in öffentlichem Eigentum zu stehen hat, wodurch sich leistungslose, bzw. meist durch von der Allgemeinheit bezahlte Aufwertungen der Infrastruktur, etc..Spekulationsgewinne nur für die öffentliche Hand ergeben dürften. Nun ist ja die bestehende Grundsteuer, über deren Höhe man diskutieren könnte, Teil dieser Überlegung. Dass diese, bei wirtschaftlicher Verwertung des Objektes in etwaige Mietpreise einfließen muss, versteht sich aber von selbst. Es könnte dadurch zu einer anderen Bewertung der Objekte kommen, weil nur mehr die Substanz und nicht Aspekte der Lage, Infrastruktur, etc. einbezogen werden dürfen.

Und: Die öffentliche Hand müsste der Eigentumsübertragung und vor allem dem Preis des dann auf öffentlichem Grund befindlichen Objektes zustimmen.
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11-01-2011, 06:32 PM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-01-2011 06:43 PM von Manfred Gotthalmseder.)
Beitrag #13
RE: Vom Besitz zum Eigentum
Man müsste die Grenze schon sehr hoch ansetzen. Aber im Grunde wäre es erwünscht, dass sich ein Schlossbesitzer, der sein Schloss nicht nützt (ich spreche immer von ungenütztem Besitz), Gedanken macht, sein Anwesen der Allgemeinheit irgendwie nutzbar zu machen, sei es, dass es am Wochenende offensteht für Besucher, oder dass Teile verpachtet werden, oder dass es auf mehrere Besitzer aufgeteilt wird, um nicht über die Grenze zu kommen, die man ungenützt unversteuert besitzen darf. Ohne Grenze ist ein nachhaltiges System undenkbar, denn Vermögen sammelt sich an, auch wenn Einkommen begrenzt wird. Die Begrenzung des Vermögens auf das, was ein Mensch nutzen kann, liegt doch nahe. Andernfalls müsste man die Erbschaft fallen lassen, um nicht irgendwann alles in den Händen weniger zu finden, während der Rest der Menschheit Mietsklaven sind. Aber die Erbschaft aufzuheben täte noch mehr weh.

Vielleicht liegt der Schlüssel in einer verrechnungstechnischen Verbindung von Einkommen und Eigentum durch eine Formel. Wenn nämlich die Erhaltungskosten für den Besitz hoch sind, dann sammelt sich auch kein Vermögen an. In so einem Fall könnte auch die Vermögensgrenze fallen. Für ein Schloss würde das zutreffen. Schlösser als ständiger Arbeitsplatz für all jene, die es in Stand halten. Trotzdem wäre es schade, wenn es ansonsten nicht genutzt, nur als Geldanlage herumsteht. Es gilt einen sinnvollen Schlüssel zu finden, um Vermögensakkumulation zu vermeiden, die es Menschen ermöglich, die gesamte Industrie zu erpressen, wie wir es heute haben, wenn wieder einmal ein Edelmetall aufgekauft und zurückgehalten wird, bis die Industrie jeden Preis dafür zahlt. Solche Art von ungenutzem Vermögen, das der Nutzung durch andere entzogen wird, muss aufhören.
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11-21-2011, 06:57 PM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-21-2011 07:03 PM von Joachim Weiß.)
Beitrag #14
RE: Besteuerung ungenützen Eigentums
(10-18-2011 02:52 PM)Manfred Gotthalmseder schrieb:  Diese Steuer käme von den Reichen, die mehr besitzen als sie nützen können. Von den Geldanlegern, die Rohstoffe aufkaufen um sie der Produktion zu entziehen. Die damit Betriebe erpressen höhere Preise zu zahlen, und die dann die Differenz kassieren.
Die Steuer muss die Höhe dieser Differenz übersteigen, denn solche Spielchen dürfen sich nicht mehr rechnen. Preissteigerung durch Zurückhaltung von Lebensressourcen vor der Nutzung, das ist Erpressung! Das bremst die Realwirtschaft aus und bringt Menschen arbeitsfreies Einkommen, die ohnehin schon zu viel Vermögen haben. Das ist heute das eigentliche Problem. In China entstehen ganze Städte. Leer... bloße Geldanlagen!

Hallo,

Können sie mal bitte erklären, wei die Rohstoffpreise steigen sollen durch Spekualtion?

Es gibt bei Terminkäufen doch immer einen fest ausgemachten Preis zwischen Käufer und Verkäufer. Der Preis bestimmt sich duch Angebot und Nachfrage

es ist völlig egal, ob ein Gedlanleger kauft, oder der Verwender.
Bei Liefertermin des Termingeschäftes muss der Rohstoff sowieso abgeliefert werden zu einem bestimmten Preis, der am Markt entsteht
Und der schwankt ständig sehr stark durch Angebot und Nachfrage, unabhängig vom Geldanleger. das einzige was man machen kann, ist zwischenduch auf Preisschwankungen zu spekulieren. Je kürzer der Zeitraum bis zum Termin wird, desto mehr passt sich der Preis doch dem vereinbarten Preis im Kontrakt an.
Wie kann ein Geldanleger Rohstoffe zurückhalten, wenn er doch zum Termin liefern muss ??
Gruß


[quote]
(11-01-2011 06:32 PM)Manfred Gotthalmseder schrieb:  Man müsste die Grenze schon sehr hoch ansetzen. Aber im Grunde wäre es erwünscht, dass sich ein Schlossbesitzer, der sein Schloss nicht nützt (ich spreche immer von ungenütztem Besitz), Gedanken macht, sein Anwesen der Allgemeinheit irgendwie nutzbar zu machen, sei es, dass es am Wochenende offensteht für Besucher, oder dass Teile verpachtet werden, oder dass es auf mehrere Besitzer aufgeteilt wird, um nicht über die Grenze zu kommen, die man ungenützt unversteuert besitzen darf. Ohne Grenze ist ein nachhaltiges System undenkbar, denn Vermögen sammelt sich an, auch wenn Einkommen begrenzt wird. Die Begrenzung des Vermögens auf das, was ein Mensch nutzen kann, liegt doch nahe. Andernfalls müsste man die Erbschaft fallen lassen, um nicht irgendwann alles in den Händen weniger zu finden, während der Rest der Menschheit Mietsklaven sind. Aber die Erbschaft aufzuheben täte noch mehr weh.

in den USA z.B wäre es sinnvoll gewesen, die entwerteten Häuser weiterhin günstig zu vermieten als gnadenlos zu pfänden.
Nun stehen überall Häuerruinen zum Verkau, die aber keinen kaufen will
Ebenfalls in Spanien.
Die Besitzer hatten ja laufendes Einkommen, nur hätte man die Kredittilgungsraten reduzieren müssen, oder einfach mal 1-2 jahre aussetzen können.

Gruß
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11-21-2011, 10:40 PM
Beitrag #15
RE: Vom Besitz zum Eigentum
Herr Weiß, Sie schreiben:
Zitat:abgeliefert werden zu einem bestimmten Preis, der am Markt entsteht. Und der schwankt ständig sehr stark durch Angebot und Nachfrage

Ja glauben Sie denn, das Angebot ist nicht manipulierbar? Es gibt heute derart reiche Finanzmagnaten. Wenn sich da fünf zusammenschließen, um einen seltenen Rohstoff aufzukaufen, dann ist der Großteil davon aus dem Markt. Die Industrie muss dann das doppelte bis dreifache bezahlen, bis die den Rohstoff wieder herausrücken. Da sind die höchsten Zinsgewinne, die man sich vorstellen kann drin: 200%. Diese Vorgangsweise war der Hauptauslöser für den Anstieg der Preise von Sparlampen. Für deren Produktion werden seltene Metalle benötigt.
Aber lesen Sie Näheres in diesem Forum:
http://geldmitsystem.org/forums/showthread.php?tid=196

Was die Nutzung von Eigentum betrifft, so muss ja nichts gepfändet werden. Vermietung ist auch eine Nutzung, so lange der Eigentümer wenigstens das Management übernimmt. Geld einzunehmen und andere Manager die Verwaltung machen lassen, finde ich problematisch, denn das ist Geld aus Kapital ohne realwirtschaftliche Arbeit. Diese Form der Geldeinnahme kennt keine Grenze.
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11-22-2011, 04:26 PM
Beitrag #16
RE: Vom Besitz zum Eigentum
(11-21-2011 10:40 PM)Manfred Gotthalmseder schrieb:  Herr Weiß, Sie schreiben:
Zitat:abgeliefert werden zu einem bestimmten Preis, der am Markt entsteht. Und der schwankt ständig sehr stark durch Angebot und Nachfrage

Ja glauben Sie denn, das Angebot ist nicht manipulierbar? Es gibt heute derart reiche Finanzmagnaten. Wenn sich da fünf zusammenschließen, um einen seltenen Rohstoff aufzukaufen, dann ist der Großteil davon aus dem Markt. Die Industrie muss dann das doppelte bis dreifache bezahlen, bis die den Rohstoff wieder herausrücken. Da sind die höchsten Zinsgewinne, die man sich vorstellen kann drin: 200%. Diese Vorgangsweise war der Hauptauslöser für den Anstieg der Preise von Sparlampen. Für deren Produktion werden seltene Metalle benötigt.
Aber lesen Sie Näheres in diesem Forum:
http://geldmitsystem.org/forums/showthread.php?tid=196

Das habe ich anders gelesen, was die Metalle der seltenden Erden betrifft:
China dominiert den Markt (2007: 95 Prozent des Weltmarkts [ 2010: 97 Prozent), und hat zu Beginn 2011 die Exportmengen zum wiederholten Mal gedrosselt. Für einige Metalle soll ein komplettes Exportverbot gelten (Yttrium, Thulium und Terbium) und für Neodym, Lanthan, Cer und Europium eine Exportquote von 35.000 Tonnen. China möchte mit dieser Politik erreichen, dass die Produktion von Schlüsseltechnologien im eigenen Land durchgeführt wird.

Im Oktober 2010 wurden die Exportbeschränkungen weiter verschärft. Für 2010 wurde eine Quote von nur noch 30.300 Tonnen festgelegt. Diese war bereits Ende August zu 94 Prozent aufgebraucht (28.500 Tonnen). Vor allem für das zweite Halbjahr wurden die Exporte massiv eingeschränkt (8000 Tonnen gegenüber 28.000 Tonnen im zweiten Halbjahr 2009). Auch die Annahme, wonach diese Politik dazu diene, westliche Produktion nach China zu verlagern, wird inzwischen angezweifelt, zumal es zunehmend Berichte westlicher Unternehmen gibt, dass ihre Werke in China gegenüber den einheimischen Unternehmen benachteiligt würden.[1

Also es sind nicht die privaten Geldanleger, die diese Metalle zurückhalten:

Gruß
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11-22-2011, 09:14 PM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-22-2011 09:24 PM von Manfred Gotthalmseder.)
Beitrag #17
RE: Vom Besitz zum Eigentum
Zitat:Also es sind nicht die privaten Geldanleger, die diese Metalle zurückhalten
Da haben Sie in diesem Beispiel wohl recht. Aber es ist der gleiche Mechanismus. China tut dies nicht aus "Menschenfreundlichkeit", sondern wird bei ordentlich erhöhten Preisen wieder gewillt sein zu verkaufen. Der Mechanismus existiert auch bei privaten Anlegern bei jeder Ressource.

Besonders krass wird es bei Lebensmitteln. Da ist zu lesen:
Zitat:http://worldandmoney.blogspot.com/2008/0...e-der.html "Diesen Mechanismus machen sich nun Spekulanten zunutze: Sie kaufen solche Lieferscheine etwa für Weizen günstig ein und wetten auf einen Preisanstieg. Wenn das Getreide dann am vereinbarten Liefertag tatsächlich teurer ist, machen sie Kasse. Mittlerweile sieht es für Fachleute so aus, als hätten Finanzinvestoren kurzerhand gleich den gesamten Markt gekapert. Sie kaufen wie wild Futures und treiben die Preise kurzfristig weiter in die Höhe. So verdoppelte sich etwa der Preis für Reis seit vergangenem August - auch für die 500.000 Tonnen, die die Philippinen in ihrer Not Anfang Mai kaufen wollen."
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