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Der Finanzmarkt sind all Jene, die Produkte kaufen um sie der Nutzung zu entziehen.
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10-14-2011, 06:30 PM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10-14-2011 06:32 PM von Manfred Gotthalmseder.)
Beitrag #1
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Der Finanzmarkt sind all Jene, die Produkte kaufen um sie der Nutzung zu entziehen.
Geldanlageprodukte sind dadurch zu definieren, dass sie der Besitzer nicht nutzt, sondern nur hortet um sie später teuerer zu verkaufen. Der überwiegende Teil unserer Gelder wird heute im Finanzmarkt gebunden, für den ständigen Handel zwischen Käufern, welche die Produkte, die sie kaufen nicht nutzen. Damit werden nicht nur Ressourcen der Realwirtschaft auf eine gewisse Zeit entzogen, bis der Preis so weit gestiegen ist, dass damit Profite zu machen sind, sondern auch ein großer Teil der Gelder bleibt der Realwirtschaft dauerhaft entzogen, weil er im Geldanlagemarkt kreist.
Wie ist das Geld dort überhaupt gelandet? Zu einem großen Teil wohl Anfangs durch die Banken. Seit den 70er Jahren hat sich die Geldmenge weltweit vervierzigfacht, und selbst in Deutschland verzwanzigfacht (und seit der Finanzkrise wohl noch einmal verdoppelt). Wie kam man damals mit einem Vierzigstel der Geldmenge aus? Ganz einfach: Der Finanzsektor begann sich erst damals aufzublähen. Da dieser ständig Geld "absaugt" muss auch ständig neues Geld geschöpft werden, um die Realwirtschaft am Leben zu erhalten. Die enormen Geldmengen im Finanzsektor führen zu ständigen Preissteigerungen bei Geldanlageprodukten, wie Edelmetallen, Rohstoffen, Land oder Energie. Diese Preissteigerungen bezeichnet man dort nicht als Inflation, sondern als Kursgewinne. Sie übertragen sich aber in Form von Inflation auf die Realwirtschaft. Inflation entsteht normalerweise, wenn mehr Geldmittel im Umlauf sind als Waren. In Zeiten der Überproduktion sollte gar keine Inflation zustande kommen. Tut sie aber, da nicht genügend Geldanlageprodukte vorhanden sind, für die enormen Geldmengen im Finanzmarkt. Die Vervierzigfachung der Geldmittel seit den 70er Jahren (Mein Buch enthält Quellen und Statistiken dazu) hat den Banken enorme Zinsgewinne eingebracht. Hätte der Staat diese Zinsen zur Verfügung gehabt, er hätte kein Problem, sie zurück in die Realwirtschaft zu führen, denn er hat immer Ausgaben. Die Banken konnten jedoch nichts anderes tun als die Zinsen an den Finanzmarkt zu tragen, und damit eine gefährliche Zinseszinspirale auszulösen, die den Finanzsektor immer größer werden ließ. Deshalb gehört die Geldschöpfung meines Erachtens in die öffentliche Hand, vielleicht sogar in dezentrale öffentliche Einrichtungen, wie die Kommunen. Aber immer durch eine Gewaltentrennung geregelt. |
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11-13-2011, 02:04 AM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-13-2011 10:28 AM von helmut.wild.)
Beitrag #2
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RE: Der Finanzmarkt sind all Jene, die Produkte kaufen um sie der Nutzung zu entziehen.
Manfred,
Du visierst in Deinem obigen Beitrag einen bedeutsamen Punkt, der das Interesse derer, die das Monopol haben, Geld aus duenner Luft hervorzuzaubern, die also ein Interesse an Geldvermehrng haben, mit dem Interesse, Preissteigerungen bei Finnzprodukten, also an den Finanzmaerken, zu bewirken. Die Banken koennen durch Hinterlegen von Finanzprodukten zum Einkaufspreis den bis zu 10-fachen Betrag an neu geschoepftem Geld verwenden, um damit die Preise, sagen wir fuer Bonds, weiter hochzutreiben. Schon alleine deshalb ist es so notwendig, den Banken das Spekulieren zu vebieten und den Investmentbanken den Zugriff auf ZB-Geld zu verbieten (Trennbankensystem: die Trennung von Spar-un Krdeditbanken von den Investmet=Spekulations-banken). |
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